
Träumen von einer besseren Welt – diese Hoffnung im Lied „Heute und morgen“ von CantArt-Chefin Elisabeth König war so etwas wie das Leitmotiv des Benefizkonzerts für ein Waisen- und Kinderheim im Kongo. Die rund 200 begeisterten Besucher öffneten am Sonntagabend nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Geldbeutel und spendeten 2875 Euro für das Projekt von Pfarrvikar Dr. Justin Kishimbe.
Hausherr Stadtpfarrer Thomas Kopp freute sich bei der Begrüßung in der Pfarrkirche Hl. Familie in Altenstadt/WN über die Anwesenheit so vieler junger Familien. Beeindruckt war er, dass sich viele Kinder für Kinder engagierten, die sie nicht einmal kennen und auf der anderen Seite der Erdkugel leben.
Und die 19 Buben und Mädchen des Kinderchors Störnstein mit Drummer Benedikt Werner am Cayon und Roland Steger am Piano legten gleich herzerfrischend und fröhlich los mit „Sanna Sannanina“. Leiterin und Gitarristin Magdalena Bäumler lobte ihre Buben und Mädchen, die mit großer Freude die afrikanischen Lieder einstudiert hatten. So folgten „Sisi Banaha“ und das populäre südafrikanische Lied „Shosholoza“, das „Mutig nach vorn schauen“ bedeutet. Passend auch das Stück „Und ich fand eine Hand“.

Einmal mehr präsentierte sich CantArt als homogener, engagierter Chor, den Elisabeth König mit viel Fingerspitzengefühl leitet. Die acht Frauen und vier Männer gefielen mit „Ich wünsche dir Zeit“ von Elli Michler (vertont von Elisabeth König) sowie mit den Liedern „Du bist die Freude“, „Herr, ich will nach deinem Willen fragen“ und „Ein Stück von deinem Weg“, alle von Kathi Stimmer. Das letzte Lied „Wünsche“ stammt wie „Heute und morgen“ von König. Doris Bär und Martina Simon überzeugten auch auf der Flöte.

Große Spielfreude legte der 16-köpfige evangelische Posaunenchor Floß an den Tag, temperamentvoll geführt von Tanja Riedel. Nach dem Auftakt „Der Himmel über Gibitzenhof“ – der Nürnberger Stadtteil hat sich seit diesem Stück in der Posaunenchorwelt einen Namen gemacht – folgte das bekannte „What A Wonderful World“ von Louis Armstrong. Schließlich hatten auch die Flosser Bläser zwei afrikanische Stücke im Programm. Obwohl völlig verschieden, waren beide – jedes auf ihre Weise – mitreißend. Einmal der weltberühmte traditionelle afroamerikanische Gospel „Amen“ und dann „Baba Yetu“, ursprünglich als Titelsong für das bekannte Videospiel Civilization IV komponiert und mit einem Grammy geehrt. Das Besondere: Hinter der packenden Melodie verbirgt sich das „Vater Unser“ in der afrikanischen Sprache Suaheli.

Auch Pfarrvikar Kishimbe leistete seinen Beitrag zum Konzert. So überraschte er mit zwei Liedern, ebenfalls auf Suaheli: „Nitamwimbiya Bwana wangu sifa“ und einem Stück, das auf deutsch „Der Geist Gottes hat mich gesandt“ lautet. Applaus war ihm sicher.
Der Geistliche, der seit zwei Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Neustadt/Altenstadt ist, stellte dann sein Hilfsprojekt in der Heimatstadt Lubumbashi kurz vor. Kongo, das Herz Afrikas, sei nach dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft „armregiert“ worden. Vor zehn Jahren hat Kishimbi damit begonnen, Straßenkindern, die kein Zuhause haben, nicht zur Schule gehen und von kleinen Diebstählen leben, eine Unterkunft zu geben. Inzwischen leben in dem Waisenheim 50 Buben und Mädchen. Jetzt entstehe ein Neubau für weitere 50 Heranwachsende. Sie bekommen eine Zukunftsperspektive. Alle Arbeiten erfolgen ehrenamtlich.
